Primitive Reflexe Teil 4 – Biochemie

wo ist der Unterschied zwischen einer höheren Reaktion und einer vegetativen auf den Reiz? Das ist wie beim Arzt, der mit dem Hämmerchen aufs Knie haut – hat man da die Möglichkeit, diesen Reiz zu analysieren, sich zu entscheiden, reagieren oder nicht reagieren und dann vielleicht mit dem Bein bewusst zucken? Oder nicht? Da lacht ihr, was? Natürlich nicht, da das VNS einfach schneller ist. Hammer kommt, Bein zuckt. Das Gehirn schweigt

aber was ist, wenn jemand euch was dummes sagt und ihr reagiert inadäquat emotional und viel zu schnell – wütend-aggressiv oder traurig-ängstlich-tränenreich? Was ist hier los? Schnell bedeutet immer eine vegetative Reaktion, da alleine die Signalübertragung über die Ganglien des VNS zu den inneren Organen deutlich kürzer ist, als erst den Rückenmark, dann die Großhirnrinde, Analyse hier, dann alles zurück und das auch nur eventuell, falls die analytische Arbeit OK für die Hormonproduktion und die Antwort gegeben hat. Dieses wütende oder panische Schnelle beteiligt zwar den Mund, aber noch lange nicht den Kortex. Leider. Die schnelle vegetative Reaktion bedeutet für den Körper schnele unnötige Herstellung der Hormone und Neurotransmitter (Adrenalin für die Wütende und Acetylcholin für die Angsthasen), die zu rasant schnellen Verlusten der Vitamin-, Mineralien-, Spurenelementenreserven und somit nicht zuletzt zum schnelleren Verbrauchtsein und somit zum schnelleren Altern.

aktive primitive Reflexe bedeuten für uns unter anderem hier unnötig aktives, dauerhaft überlastetes biochemisches System, das ständig im Stressmodus lebt. Die Integration der primitiven Reflexe brachte mir in erster Linie große Ruhe, Verständnis für andere, eine andere Sichtweise auf die laute Diskussionen, bei denen nur der Mund laut ist, das Gehirn aber schweigt. Daran beteilige ich mich nicht mehr. Denn ohne die analytische Fähigkeiten ist eine Meinungsänderung nicht möglich 🙂

Primitive Reflexe Teil 3

Frage: Ist es möglich, primitive Reflexe bei Erwachsenen ohne organische Pathologie zu aktivieren? Antwort: Ja.

Alle primitiven (vegetativen) Reflexe sind unsere angeborene Basis, die es uns ermöglicht, die letzten Monate der intrauterinen Entwicklung und das erste Jahr unseres Lebens zu überleben. Sie bieten angemessene Antworten auf externe und interne Veränderungen und signalisieren unser Wohlergehen oder unseren Nachteil für andere.

Erwachsene brauchen solche Reaktionen nicht, denn mit zunehmender Reife des Nervensystems entstehen andere höhere Organisationsebenen, die es uns ermöglichen, weiter zu leben und uns zu entwickeln, zu lernen und mit anderen Menschen zu kommunizieren usw.

Warum können dann primitive Reflexe reaktiviert werden? Zuerst wegen organischer Störungen (Schädel-Hirn-Verletzungen, Schädel-Hirn-Durchblutungsstörungen, Vergiftung, etc.).

Funktionale Belastungen können aber auch zu Störungen des zentralen Nervensystems führen (chronische Müdigkeit, Unterkühlung, Überhitzung, superstarke einmalige emotionale Einwirkungen oder schwache aber dauerhafte emotionale Einwirkungen etc.)

All diese Faktoren können die Feinsteuerung der höheren Teile des Nervensystems stören, und dann besteht die Notwendigkeit, die vegetativen Reflexe zu aktivieren. In einer solchen Situation scheinen wir auf ein primitives Niveau der Kontrolle zu sinken, aber es gibt uns die Möglichkeit, weiter zu atmen, die Durchblutung aufrechtzuerhalten, Erfolge im Sport und in der Wissenschaft zu erzielen, es wird einfach der Beginn der Erschöpfung unserer Reservekapazität.


Quelle: Tatjana Sachartchuk, übersetzt aus dem Russischen.

Primitive Reflexe Teil 1

Primitive oder frühkindliche Reflexe ist die Erstausstattung des Babies, die ihm in der ersten Lebenszeit das pure Überleben sichert. Es ist so zu sagen das Geschenk der Natur, das die Reaktionen auf die äußere Impulse sichert. Es ist die Grundlage, auf deren Basis das Kind mittels bewusster werdender Bewegung seine Bewegungsmuster ins zuvor leere ZNS schreibt.

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Ausgewogenes Stehen – wie geht das noch mal?

Das Thema Beckenschiefstand ist für alle aktuell, die ihre Hauptschmerzen weiter oben haben, darüber schrieb ich schon mal beschrieben, hier

Die Frage, die sich immer noch stellt, wie finde ich heraus, ob ich primär auf einem Bein stehe, auch wenn ich davon überzeugt bin, beidbeinig ausgewogen zu stehen. Es gibt 2 mir bekannten Wege, die sicher und einfach diese Frage beantworten – einen indirekten, dafür aber sehr lehrreichen und einen direkten, zudem auch sehr praktischen 🙂
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Nackenschmerzen und Gravitation

Nackenprobleme sind vielfältig – oft einseitig. Eine Halsseite, Trapez auf einer Seite, die Schulter schmerzt auch meistens eine bzw eine mehr als die andere, selten gleichzeitig. Entstehen oft im Sitzen und können durchaus auch nachts weiterhin lästig sein. Im Stehen sind sie besser, es sei denn man hat einen Geierhals 🙂 Aber auch hier hat man eher mit bestehenden chronischen „Nackenschmerzen und Gravitation“ weiterlesen

Becken 2.0

Ich möchte Euch heute einladen und mitnehmen auf eine lange, dennoch interessante Reise der Erforschung eines 0815-Themas unseres Lebens – „Das Hohlkreuz“.  Man muss es nicht haben. Es gibt Menschen, die es nicht haben. Dennoch gibt es oft auch die anderen – mit Schmerzen oder ohne, die das haben und nicht schaffen es loszuwerden.

Ich werde Euch zeigen, wo meiner Meinung nach die Ursachen liegen, was diese bewirken und natürlich werde ich den Weg aufzeigen, der dieses Problem beheben kann. Schnell. Und in der Komfortzone. Effizient.
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