Bäm-bäm-bäm oder Die physiologische Schrittlänge

Ich habe bei mir daheim einen langen Flur mit altem Parkett. Und 6 Leute (und mehr), die immer wieder hindurch gehen. Egal, wo man gerade ist, kann man das hören und mit der Zeit kann man auch die Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit blind identifizieren. Und eine davon hört man auch nachts, was dem guten Schlaf nicht förderlich ist, weil ihre Schritte dermaßen laut sind…

Tja und nun, inspiriert durch einen YouTuber (Сделай Себя), der in Russisch tolle Sachen über den Körper erklärt, habe ich versucht, für mich nachzuvollziehen, was solch lautes Gehen alles im Körper bewirken kann und was wir daraus lernen und können.

Wir gehen, wie wir mal gelernt haben und wie wir durch unseren Alltag an uns angepasst haben. Die meisten von uns haben auch keine Ahnung, wie sie das eigentlich tun. Irgendwie halt. Und dann, wenn wir es eilig haben, machen wir größere Schritte, ohne über den Sinn dessen nachgedacht zu haben. Ich sehe oft Menschen, die mit Riesenschritten dahin staksen. Ich sehe selten Menschen (Erwachsene), die rennen. Dafür aber Kinder, die sofort ins Rennen wechseln, wenn es mal schneller gehen soll. Was ja an sich richtig und sinnvoll ist.

Wenn ein Auto langsam fährt, ist die Drehzahl der Räder, sagen wir X. Soll es schneller gehen, wird diese erhöht, also dreht das Rad einfach schneller. So auch mit den Schritten, statt die Schrittlänge zu vergrößern, sollte man logischerweise deren Frequenz erhöhen, also statt weniger Schritte pro Minute zu machen, da sie nun länger sind und Zeit und Energie rauben, sollten wir mehr Schritte, dafür kleinere leichtere, wählen, also sollten wir ins Rennen wechseln. Was wir leider nicht tun.

Das andere ist die physiologische Schrittlänge, die um vieles kürzer ist, als wir denken. Wir machen mal einen Test. Wir stellen uns gerade hin, legen eine Hand auf den Übergang zwischen dem Hals und dem Rücken, so dass der hervorstehende C7-Wirbel (der letzte der Halswirbelsäule) unter unserem Mittelfinger liegt. Und jetzt gehen wir, so wie wir eben immer gehen. Und spüren dieses Bäm-bäm-bäm bei jedem Schritt, der durch unsere Gelenke, Knochen und Wirbeln durchgeht. Erschreckend deutlich. Meistens. Womit trifft ihr den Boden? Wahrscheinlich mit dem Fersenbein… Dieses leidet darunter garantiert schon zu lange.

Und jetzt verkleinern wir unsere Schrittlänge, bis wir einen Punkt erreicht haben, wo dieser Durchstoß nicht mehr da ist. Und hier ist sie – unsere physiologische effiziente energiearme Schrittlänge. Und wo treten wir auf? Nicht mehr auf dem Fersenbein, sondern deutlich weiter vorne, die Sohle tritt fast flach auf, nichts tut weh, das Abrollen klappt deutlich leichter, weil wir einfach mehr Zeit dafür haben. Behutsam zu sich selbst.

Und nun kann man auch deutlich leichter darauf Acht geben, dass das Knie gerade geführt wird. Darüber schrieb ich letztes Mal

Seid bewusst.

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