Primitive Reflexe – Teil 7 – Ab Geburt

Ich schreibe hier zum Idealfall der Geburt eines Kindes und wie es sich hier mit dem vegetativen Nervensystem verhält.

Nach einer glücklichen und ruhigen Schwangerschaft kommt es zur Finale. Die Mutter ist ruhig, harmonisch und gelassen. Sie und das Baby befinden sich im Parasympathikus – es herrschen Entspannung, Ruhe und Harmonie. Entspannt und weich passiert das Baby die Geburtswege und diese Weichheit des Zustands spiegelt sich im ganzen Wesen, auch in den weichen Schädelknochen, die keinen Schaden an den harten Beckenknochen der Mutter nehmen und so wird das sanfte Kind geboren. Mit dem ersten Atemzug und Schrei schaltet sich das vegetative Nervensystem des Kindes ins Sympathische und Reflex Moro tritt auf den Platz des Reflexes der Paralyse der Angst und beide Reflexe werden sofort integriert. Das vegetative Nervensystem des Neugeborenen ist ausbalanciert und das Baby beginnt die wunderbare Reise seiner selbstständigen Entwicklung.

Was passiert, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden? Wenn die Mutter unter den Geburtsschmerzen unter hohem Adrenalin steht, befindet sich auch das Kind bereits im Reflex Moro – das Sympathikus ist bereits vor der Geburt aktiv, alles ist angespannt, das Baby im hohen Stress und die Knochen hart. In dieser Situation kann diese enge Passage am Becken vorbei zu Traumata beim Kind führen – am Kopf und an der empfindlichen Halswirbelsäule. KISS-Syndrom könnte eine Folge solcher Situation sein. Und nicht nur das. Aktives Sympathikus wird geboren, erster Atemzug und Schrei erfolgen und aktiver Reflex Moro trifft auf den bereits aktiven Reflex Moro und dieser wird so übermächtig stark, dass er bis ins hohe Alter erhalten bleiben kann. Und das Baby schafft in dem Fall nicht, diesen Reflex im Laufe deiner selbstständigen Entwicklung des ersten Jahres selbstständig zu integrieren.

Und wenn die Schwangerschaft nicht ruhig und glücklich war. Oder ungewollt. Oder mit Komplikationen. Oder Ängsten der Mutter.

Eine aggressive Mutter ergibt immer ein Moro-Kind
Panische Mutter ergibt einen zu starken Reflex der Paralyse der Angst bereits vor der Geburt beim Kind, der erste Schrei ist schwierig, der folgende Moro kompensiert nicht das zuvor hyperaktive Parasympathikus. Die Situation ist die gleiche wie zuvor, nur dass man kein Wutbolzen, sondern panisch und ängstlich wird.

Was können wir machen, wenn unser Start ins Leben weit vom Ideal lag? Wir können diese primitiven Reflexe des Sympathikus und die oralen Automatismen des Parasympathikus nehmen und einfach wiederholen, anschauen, ob sie leicht klappen (integriert und ok), schwer vor sich gehen (wieder aktiv und nicht ok) oder gar unserem zentralen Nervensystem unbekannt sind (aktiv und gar nichts ist ok).

*aktiv = vegetatives Nervensystem reagiert bedingungslos
*integriert = Reflex, der durch die bewusste Bewegungen ins zentrale Nervensystem mittels Erschaffung neuer neuronalen Verbindungen reingeschrieben wurde. Diese Reaktion ist analytisch überlegt und erfolgt nur, wenn es sein muss


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