Wandel der Zeit im Bereich der bewussten Bewegung

Nach 25 Jahren chronischer Schmerzen kam ich im Herbst 2015 auf Thomas Hanna und sein Buch „Beweglich sein ein Leben lang“ und konnte nach nur 8 Tagen mit

seinen 8 Lektionen meine Schmerzen loswerden. WOW. Danach brauchte ich Jahre, um zu verstehen, wie das funktionieren konnte, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt praktisch alles ausprobiert habe, um mir helfen zu lassen – Sport, Kraftsport bei Kiesertraining (empfohlen vom Orthopäden), Dehnen nach LnB, Faszientherapie, Blackroll, diverse harte Bälle, Vitaminmängel auffüllen, Massagen, Joggen (ein grosser Fehler), Rückengymnastik (sehr langweilig), weniger essen, mehr essen, mehr trinken, das richtige trinken, mehr schlafen, weniger schlafen etc. Und dann kam Thomas Hanna mit seinen, damals auch im Ansatz nicht verstandenen Prinzipien der Komfortzone, der Langsamkeit und der Bewusstheit – also quasi nach Garfield 😉 – und alle meine Schmerzen waren weg. Quasi eine Art ANTI von allem anderen, was ich ja schon durch hatte.

Dann kam Verständnis, dass das Gehirn nur in Ruhe und Langsamkeit, im Behaglichen umlernen kann. Nur mit dem inneren Schweinehund im Bunde. Alles lieber weniger als mehr. Weniger Spannung, weniger Bewegung, weniger Mühe, weniger Erwartungen, weniger Planen. Dafür mehr Spüren. Das passte zu mir, ich bin grundfaul und bequem. endlich nichts mehr müssen – dafür mehr sich selbst wahrnehmen, getrennt vom olympischen Denken und Streben nach schneller, weiter, höher.

Dann kam Feldenkrais, diese geniale Methode der kleinen magischen Bewegungen. Auf der Matte klappte alles gut, ins Alltägliche schaffte ich das nicht zu übertragen. Ich dachte, es liegt an mir. Die Veränderungen, die meinen Körper betrafen, waren spärlich. Ich kämpfte nicht mehr gegen Schmerzen und Verspannungen, das gehört schon lange der Vergangenheit an, aber ich wollte doch gewisse Effekte haben. Hier auf der Matte mache ich das, hier im Leben erhalte ich das. Das hier – das hier 🙂 Das blieb im grossen und ganzen aus. Der Schock kam, als ich wieder mal bei meinem alten Feldenkraislehrer im Onlineunterricht die anderen Teilnehmer nach 3 Jahren sah, – oh weia, sie haben sich nicht verändert – die gleichen Hohlkreuzhaltungen, die gleichen Entefüsse. Alles wie gehabt. Und das nach Jahren Feldenkrais. Irgendwas lief da falsch.

Dann kam ich zu meiner jetzigen Lehrerin Tatjana Sacharchuk, sie hat eine Schule der bewussten Bewegung in Weissrussland, vermittelt gutherzig ihr Wissen und ihre Methode der bewussten Bewegung. Und diese Methode funktioniert wie ich mir das immer schon gewünscht habe – effizient. Das hier und DAS hier. Das auf der Matte überträgt sich in DAS im Leben. WOW. Auch die Neurophysiologie hat sich in all den Jahren nach Hanna und Feldenkrais weiter entwickelt.


Und auch hier – langsam, Komfortzone und bewusst. Scheinbar das gleiche und dennoch das eine ineffektiv und das andere sehr effektiv. Hier bin ich seit 2 Jahren und vermerke Veränderungen nach jeder Lektion.

ich habe lange nachgedacht, warum das so signifikant anders ist – warum hat Feldenkrais mir persönlich (und nicht nur mir) so wenig Veränderungen gegeben hat und warum Sacharchuk-Methode für mich der Bringer war und ist.

Und ja, ich habe es tatsächlich verstanden.

Feldenkrais: Jede Bewegung von Punkt A zum Punkt B wird variativ ausgeführt. 20-25 Wiederholungen immer anders auf der Suche nach der leichtesten Variante. Mit dieser wird es dann gespielt und fertig. Das Gehirn lernt dabei nichts ausser dieser Variabilität, die es schon konnte. Das Gehirn verändert sich nicht . Der Körper verändert sich nicht.

Sacharchuk: Jede Bewegung von A nach B wird sehr langsam und gleichmässig ausgeführt auf der Suche nach parasitären Spannungen (Aufmerksam darauf, was beginnt die Bewegung und was sie beendet), auf der Suche danach, ob man die Bewegung nur aus der Zielmuskulatur macht oder ob irgendwas anderes mithilft.

Einmal gefunden – arbeiten wir mit dieser Bewegung mit dem Ziel, diese unnötige Muskeln aus der Bewegung rauszunehmen. Wir bringen dem Gehirn bei, wie es den Körper für die Bewegung optimal (nur mit der Zielmuskulatur) organisieren kann. Ein mal gelernt, weiss das Gehirn dies für immer und wird immer – AUCH im Alltag – diese Bewegung richtig machen. Wir verändern das Gehirn. Wir verändern den Körper.

Beispiel: ich möchte im Liegen mein Bein heben und dabei spannt sich mein Nacken an. Das bedeutet, dass jedes mal, wenn ich mein Bein nach vorne bewege, mache ich das aus dem Nacken. Vor allem beim Gehen – jeder Schritt belastet meinen Nacken. Wahrscheinlich habe ich Nackenschmerzen und weiss nicht woher sie kommen. Ich lasse meinen Nacken behandeln und all das bringt nichts. Weil bei jedem Schritt mein Nacken die Arbeit anderer beinhebender Muskeln übernimmt. YAY. Wenn ich jetzt aber im Liegen meinem Gehirn beibringe, wie es das Bein NUR aus den beinhebenden Muskeln heben kann, wird das Gehirn schlauer und wird das Bein ab da immer nur richtig heben – ohne Nacken.

und so arbeite ich nun auch – und das schon länger. Bloss erst jetzt habe ich verstanden, warum das, was ich mache, funktioniert und warum Feldenkrais eben nicht.

Für alle, die diese neue Bewegung 🙂 im Bereich der bewussten Bewegung kennenlernen möchten – hier ist mein kostenloser Anfängerkurs zum Auflösen der chronischen Verspannungen durch die Arbeit mit der Peripherie (warum so? weil diese sehr gut im Gehirn dargestellt ist, dadurch wird die ganzheitliche Wirkung dieser bewussten Lektionen um so klarer).

Wem das gut tut, ist in meinem Onlineklub herzlich willkommen, wo ich 1 mal die Woche eine ganzheitliche bewusste Bewegungslektion gebe. Regelmässig bewegen mit verschiedenen Aspekten, Akzenten, Bewegungen und Auswirkungen.

Durch die Wahrnehmung der äusseren Reize und die Neuroplastizität zum neuen Körper

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