Ein Friedensangebot für den Körper – mein Weg aus dem chronischen Schmerz mit Masha.

Gastbeitrag von Anne

Komfortzone? In meinen Körper hineinhorchen? Nicht in den Schmerz gehen oder gar darüber hinaus? All das, was ich da bei Masha las, hörte und sah, stand im krassen Gegensatz zu den Dingen, die ich schon hinter mir hatte, und klang so entwaffnend logisch, dass ich dem Ganzen einfach eine Chance geben musste. Nach wenigen Monaten mit Mashas somatischem Training gehe ich wieder nahezu schmerzfrei, bin meine Migräne losgeworden und kann sogar wieder Musik machen. Alles Dinge, mit denen ich schon abgeschlossen hatte. Ich bin Anne, ich bin 30 und das ist meine Geschichte.

Der Kampf mit meinen Gelenkschmerzen kam mir oft vor wie ein Ringen mit der Hydra – jenem vielköpfigen Ungeheuer aus der griechischen Mythologie, dem zwei Köpfe nachwachsen, sobald einer abgeschlagen wird. Während meine Freunde im Saft der Jugend badeten, boxte ich mich schmerzhaft durch Schule, Studium und Arbeitswelt. Die Kinder in meinem Hort sammelten Pokemonkarten – ich sammelte Diagnosen. Keine davon half mir weiter. Wie konnte etwas nur so höllisch wehtun, ohne dass etwas richtig „Schlimmes“ dahinter steckte? Ich suchte weiter, probierte zig verschiedene Trainingsansätze aus, schluckte wirkungslose Pillen, ließ mir an meinen Knochen und Sehnenscheiden herumsägen, hörte auf den Arzt, den Physiotherapeuten, den Psychodoc, die mir alle zu verstehen gaben „man müsse eben lernen die Schmerzen zu ignorieren“. Was in der Hundeerziehung funktionieren mag, ließen sich meine Schmerzen nicht gefallen. Sie schrien lauter, breiteten sich aus wie ein Parasit. Waren sie am Anfang jahrelang in meinen Handgelenken, Schultern und Ellbogen gesessen, begannen nun auch das linke Sprunggelenk, das Knie, das Hüftgelenk und der Kiefer mein Leben weiter einzuschränken. Die nächsten Dominosteine, die fielen, waren Immunsystem, Darmgesundheit und Leber. Hobbies und Alltäglichkeiten waren unbezwingbare Berge geworden; meine Arbeit musste ich aufgeben. Mit ihr gingen meine Freiheit und mein Selbstwert. Ich begann meinen Körper zu hassen.

Als ich Anfang 2020 mit Mashas Training in Berührung kam, war ich zunächst wenig euphorisch. Zu viele Rückschläge pflasterten meinen Pfad. Medreflexzoneneinlagen, eine Aufbissschiene für den Unterkiefer und brachiales Faszientraining hatten mir in den letzten Monaten – wie so vieles – kurzzeitig Linderung verschafft, den großen Durchbruch jedoch nicht gebracht. Ein wenig schmunzelnd klickte ich damals auf Mashas Youtubevideo „Kopfschmerzen auflösen in einer Minute“ – klang dieser Slogan doch eher nach einer Pillenwerbung aus dem Vorabendprogramm. Nach fünf Minuten war mir mein überhebliches Schmunzeln vergangen: das erste Mal in meinem Leben hatte ich die Migränekaskade stoppen können. Plötzlich standen mir fünf Stunden meines Lebens zur Verfügung, die ich normalerweise nun wimmernd im stillen Stockdunkel verbracht hätte. Wenn diese winzige Bewegung mich von einem jahrzehntelangen Dämon befreien konnte, wie viel Potential mochte wohl in den anderen Lektionen Mashas stecken? Ihrem Ratschlag folgend begann ich mit dem Buch „Beweglich sein – ein Leben lang“ von Thomas Hanna – eine Art Einstiegsdroge für körperliche Bewusstheit, wenn man es so nennen möchte. Zugegeben, es dauerte etwas bis ich alte Glaubenssätze wie „es muss wehtun“ oder „viel hilft viel“ loslassen konnte. Mit ihnen gingen auch die Fehl- und Schonhaltungen, die Angst vor dem Schmerz und am Ende der Schmerz selbst. Niemals zuvor hatte mir jemand zufriedenstellend meine Symptomatik erklären können. Masha konnte es und dieser Punkt war für mich beinahe genauso wichtig wie die Linderung selbst. Das Wissen um das „Warum“ nahm mir die Furcht und die Machtlosigkeit. Endlich verstand ich, dass meine Schmerzen keine fehlerhafte Reaktion eines unfähigen Körpers oder therapieresistenten Geistes waren, sondern vollkommen sinnvolle Hilfeschreie, die es zu deuten galt. Mit jedem von Mashas Lektionen, Kursen und „Marathons“ lerne ich nun diese Sprache besser zu verstehen; eine Sprache, die in unserer schnellen, überfrachteten Welt immer weniger gesprochen wird. Für mich hat sich dieses In-Sich-Hinein-Lauschen gelohnt und ich bin gespannt, wohin mich dieser Weg noch führen wird. Die Verantwortung, die ich jahrelang bei Ärzten, Osteopathen und Physiotherapeuten gesucht habe, übernehme ich jetzt größtenteils selbst. Vielleicht ist es ja das, um was es am Ende geht. Wie Masha ein Spezialist für seinen eigenen Körper und seine Gesundheit zu werden. Denn wie heißt es so schön? Heilung kommt nur von innen. Niemals von außen.

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