Anpassung – Kompensation – Dekompensation (Symptom)

Oder: Gesundheit – Ursache – Symptom

Beispiel 1:

Sie werden gebeten, eine Hantel mit 2 kg Gewicht zu heben – das können Sie und dies sauber aus der Zielmuskulatur (Bizeps). Das ist gesund und optimal.



Sie werden gebeten, eine Hantel mit 20 kg Gewicht zu heben – hier gibt es mehrere Varianten:

1. Sie heben sie aus der Zielmuskulatur plus Synergisten (das sind Muskeln, die die gleiche Funktion ausführen können, hier das Beugen des Ellenbogens) – das ist die Anpassung. Der Körper hat sich zu den höheren Ansprüchen adaptiert, auch wenn der Bizeps alleine es nicht gekonnt hat, da ihm einfach die nötigen Kraftreserven gefehlt haben

2. Sie heben sie aus allem möglichen, inklusive ferne Regionen, die diese Funktion normalerweise gar nicht kennen – zum Beispiel die Nackenmuskeln – das ist die Kompensation.
Sie machen das 1 Mal, 2 Mal, 3 Mal – hoppla, der Nacken meldet Schmerz. Schmerz als Signal, als Helfer. Je schärfer der Schmerz, desto stärker ist sein Signal über ein bestehendes Problem – das ist nun die Dekompensation.

Sie gehen zum Arzt, er startet seine Behandlung und Diagnostik – raten Sie wo? Natürlich im Bereich, der schmerzt. Das kann teuer und nicht ungefährlich werden. Dabei ist das nur ein Symptom. Die Ursache lag aber im zu schwachen Bizeps…

Beispiel 2:

Sie arbeiten 11 Monate lang im Büro, abends daheim hüten Sie Ihre Couch, Sie gehen kaum, Sie nehmen lieber ihr Auto. Ihr Pomuskel erfährt keine Arbeit, er erfährt nur Ihr Gewicht. Gluteus Maximus, unser Gehmuskel, der das Bein nach hinten führt (führen soll)

Nun fahren Sie in den Urlaub, wo Sie nicht nur eventuell mehr gehen, sondern bereits auf dem Weg dorthin schwere Koffer tragen müssen.

Gesundheit: ist nur dann gegeben, wenn Ihr Gluteus das Bein nach hinten auch führt – und das trotz dem ungewohnten Gehen und den Koffern.

Anpassung: ist hier nicht gegeben

Kompensation: Muskulus Quadratus Lumborum (liegt zwischen den Rippen und dem Becken), die Rückenstrecker im unteren Rücken springen an und das nicht als die Synergisten des Gluteus. Wenn der Gluteus sonst immer schön gearbeitet hat, kann diese Situation eine Weile ohne Folgen bleiben – ausser dass man NACH dem Gehen häufig diffuse Schmerzen im unteren Rücken hat.

Ansonsten knallt der Quadratus zu, man bekommt etwas sehr schmerzhaftes – den Hexenschuss, der einen zur Brezel auf 2 Beinen macht, der Urlaub wird durchgelitten. Das ist die Dekompensation

Man geht zum Doc, der macht MRT. Ist man über 50, werden garantiert diverse Bandscheibenvorfälle gefunden, dann sehr lange therapiert, wenn man Pech hat, wird man operiert. Die Symptombehandlung der Superlative.

Tja, interessant, was? Passt auf Euch auf 🙂

Zu diesem Thema gibt es ein Vortrag auf meinem YouTube Kanal:

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